31.10.2019
Verkehrsuntersuchung soll Klarheit bringen

Der Hilpoltsteiner Stadtrat hat kürzlich beschlossen, in der Kernstadt den Verkehr zählen zu lassen.

Bürgermeister Markus Mahl nimmt  in einem Interview mit Stefan Bergauer, Roth-Hilpoltsteiner Zeitung, Stellung zum Thema Verkehrssituation in Hilpoltstein.

Bgm. Markus Mahl bestätigt, dass die Verkehrssituation am Altsstadtring nicht besser geworden ist.

Stefan Bergauer (RHV)konfrontierte Bgm. Mahl mit der Meinung von Kritikern, dass sich beim Thema Autoverkehr nichts getan hätte. Ein Verkehrskonzept sei nicht erkennbar.

Bgm. Markus Mahl:  Allen ist klar: Wenn ich den Verkehr aus Hilpoltstein rausbringen will, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich habe eine Umgehung oder die Leute überlegen, ob es notwendig ist, jede Bewegung von A nach B mit dem Auto zu fahren. Markus Mahl setzt auf die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes, hier sieht er einiges an Potential für eine Verkehrsreduzierung.

Stefan Bergauer (RHV) fragte nach, wie das Ergebnis der Befragung zum Bedarf an Leihfahrrädern ausgefallen sei.

Bgm. Markus Mahl: Das Thema Leihfahrräder ist bei uns kein so großes, weil jeder ein oder sogar zwei hat. Was wir parallel mit angehen, aber das ist eher eine Kleinigkeit, ist das Car-Sharing.

Stefan Bergauer (RHV):Der ÖPNV wird ja immer der Knackpunkt sein, um die Ortsteile an die Kernstadt anzubinden. Wie zufrieden sind Sie mit dem Angebot?

Bgm. Markus Mahl: Das Angebot ist nicht schlecht. Vor zwei Jahren haben wir die Bussysteme neu gestaltet. Es ging darum, die Pendler besser an die Gredl und an den Regionalbahnhof Altenfelden anzubinden. Das haben wir gut geschafft.

Darüber hinaus haben wir den Ortsbus erweitert, der nun alle Ortsteile anfährt. Es handelt sich um ein Rufbussystem. Der Fahrplan ist wirklich gut, aber die Akzeptanz, vor allem bei der älteren Bevölkerung, müsste noch größer werden.

Stefan Bergauer (RHV):Und wie geht es weiter?

Bgm. Markus Mahl: Das Problem ist: Wenn die Angebote nicht genutzt werden, muss ich überlegen, ob ich sie aufrechterhalten kann oder will. Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen, indem wir den Busverkehr in der Stadt aufrechterhalten und deutlich verbessert haben. Nun hoffe ich, dass unsere Bürger auch darauf zurückgreifen.

 

Kommentar Michael Greiner, Fraktionssprecher der Freien Wähler

Der Verkehr am Altstadtring hat weiter zugenommen. Aus der amtlichen Verkehrsmengenzählung geht hervor, dass täglich auf dem Altstadtring rund 15.000 Fahrzeuge unterwegs sind. Dies entspricht der Zahl der Fahrzeuge auf der Bundesstraße B2 auf der Höhe Röttenbachs.

Den Bau einer Umgehungsstraße haben Bgm. Mahl, seine SPD und die CSU abgelehnt mit dem Versprechen, den Verkehr mit anderen Maßnahmen reduzieren zu wollen.

Das Verkehrskonzept, das E-Mobilitätskonzept, die Machbarkeitsstudie zur S-Bahn und das Radverkehrskonzept haben viel Geld verschlungen – die Ergebnisse sind bis heute ernüchternd.

Wir Freie Wähler unterstützen die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes, weil es uns viele gute Anregungen gebracht hat. Aber wir sind auch davon überzeugt: Ein sicherer Radverkehr auf den Hauptstraßen von Hilpoltstein wird nur möglich sein, wenn der Durchgangsverkehr aus Hilpoltstein rausgehalten wird.

Deshalb hoffen wir bei der geplanten Verkehrsuntersuchung auf einen hohen Anteil an Durchgangsverkehr, den diesen könnten wir durch eine Umgehungsstraße um Hilpoltstein herum führen.

Bei weiter steigenden KFZ-Zulassungszahlen und bei immer mehr Pendlern im Landkreis Roth erwarten wir keinen sinkenden KFZ-Verkehr, zumal der Ausbau des ÖPNVs entgegen der Meinung des Bürgermeisters im ländlichen Raum nur geringfügig zur Verkehrsreduzierung beitragen kann.