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Bildungsauftrag in Gefahr

Walter Schnell

Nachhaltige Stärkung der Hauptschulen

Für eine nachhaltige Aufwertung der Hauptschulen setzen sich die Freien Wähler im Landkreis Roth ein. Die Hauptschule sei vielfach besser als ihr Ruf, weil sie viele Jugendliche aus bildungsfernen Schichten zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben befähige. Allerdings gebe es einen enormen Reformbedarf. Allein im letzten Schuljahr hätten 5.000 Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, heißt es in der Erklärung der Freien Wähler.  

Kritisch wurden die Schülerzahlen der Hauptschulen im Landkreis Roth bei der Vorstandssitzung der Freien Wähler beleuchtet. Die Entwicklung, so Bürgermeister Thomas Schneider aus Röttenbach, führe zu weiteren Schulschließungen. Der Schülertourismus nehme zu.

Die Freien Wähler plädieren daher für die wohnortnahe Schule im ländlichen Raum. Dazu gehörten auch Ganztagesangebote, die Unterstützung von Netzwerken zwischen Schule und Wirtschaft sowie der Ausbau von Profilbereichen in der Hauptschule.  

Die Freien Wähler fordern eine Verstärkung der Schulsozialarbeit. Schüler bräuchten Gesprächspartner, die sie in Krisen und bei Alltagsproblemen beraten. Bildungsgerechtigkeit dürfe nach Meinung der Freien Wähler kein Schlagwort bleiben.  

Respekt für Hauptschullehrer

Lob geht an die engagierten Hauptschullehrer. Stv. Landrat Walter Schnell: "Gerade die Hauptschule wird mit vielen gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Sie hat den höchsten Anteil an Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sprachliche Defizite und mangelnde Motivation erschweren die Arbeit. Unser Respekt und unser Dank gilt daher allen in der Hauptschule tätigen Lehrkräften".  

Die Freien Wähler sehen angesichts der schwierigen Lage in nahezu allen Schularten den in der bayerischen Verfassung verankerten Bildungsauftrag in Gefahr. Ein Staat, der an der Ausbildung seiner Kinder spart, gefährdet seine eigene Zukunft, so Peter Weidner, stv. FW-Kreisvorsitzender und Hauptschullehrer aus Schwanstetten. Es sei erwiesen, dass jeder Euro, der in die Bildung investiert werde, drei Euro Rendite bringe.  

Beste Schulbedingungen schaffen

"Das kurzsichtige Spardiktat der Staatsregierung hat in der bayerischen Bildungslandschaft einen Frust hineingetragen, der auch zur Folge hat, dass der Lehrerberuf deutlich an Attraktivität eingebüßt hat", so 3. Bürgermeisterin Elisabeth Bieber aus Roth. Für Alfred Zottmann aus Spalt, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag, ist daher klar: "Auch 2007 werden wir alles tun, damit wir für unsere Jugend im Landkreis beste Schulbedingungen haben".